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FAQ

 

Die Vorarlberger Rheintalstädte Dornbirn, Feldkirch, Hohenems und die Regio Bregenzerwald sind gemeinsam auf dem Weg zur Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2024.

Kulturhauptstadt Europas – was ist das eigentlich?

Alles begann im Jahr 1985, als der Rat der Europäischen Gemeinschaft auf Vorschlag der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri beschloss, alljährlich eine (damals noch) „Kulturstadt Europas“ zu benennen. Absicht der Initiative war und ist es, „dazu beizutragen, den Reichtum, die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes in Europa herauszustellen und ein besseres Verständnis der Bürger Europas füreinander zu ermöglichen“ sowie „der europäischen Öffentlichkeit besondere kulturelle Aspekte der Stadt, der Region oder des betreffenden Landes zugänglich zu machen“.

Mit Graz (2003) und Linz (2009) hat Österreich bisher zweimal die Kulturhauptstadt gestellt und ist nach dem festgelegten Rotationssystem 2024, gemeinsam mit Estland, wieder am Zuge. 2018 ist die maltesischen Hauptstadt Valletta (5.719 Einwohner(inne)n auf 0,84 Quadratkilometern) die bisher kleinste Kulturhauptstadt Europas. Mit Bergen (NOR), Reykjavik (ISL), Stavanger (NOR) und Istanbul (TUR) haben übrigens auch schon Städte aus EU-Nichtmitgliedsstatten den Titel getragen; auch das ist Teil der Initiative.

Warum wollen wir uns als Kulturhauptstadt Europas 2024 bewerben?
Es ist unsere große Chance, der Entwicklung des viertgrößten Ballungsraumes in Österreich über Stadt- und Gemeindegrenzen hinaus Impulse zu geben – auf Basis einer langfristigen Kulturstrategie. In Zeiten, in denen Grenzzäune hochgezogen werden, sollen Signale der Offenheit und des kulturellen Austausches gesetzt und in einem gesamteuropäischen Zusammenhang gefördert werden. Die dynamische Entwicklung unserer Gesellschaft mit all ihren Herausforderungen sehen wir als Chance und entwickeln neue kulturelle Perspektiven – für alle.

Für wen machen wir den Bewerbungsprozess zur Kulturhauptstadt Europas 2024?
Die Bewerbung ist ein regionaler Entwicklungsprozess, der für alle in Vorarlberg lebenden Menschen initiiert wird und zu dem alle eingeladen sind, sich zu beteiligen. Wesentliches Element ist die Auseinandersetzung und der Austausch mit der eigenen Kunst und Kultur im europäischen Kontext und auf internationaler Ebene. Welche Geschichte können wir Europa erzählen, was erzählt Europa uns? Es wird ein kulturelles Klima geschaffen, in dem Fragen zur eigenen Identität gestellt werden. Ziel ist es, einen breit angelegten Zugang zu kulturellen und künstlerischen Themenkreisen individuell oder in Gemeinschaft zu ermöglichen. Es geht dabei stark um „Kunst für alle“.

Welche Kriterien müssen für eine Bewerbung erfüllt werden?
Sechs Kriterien müssen beantwortet und erfüllt werden: Der Beitrag zu einer langfristigen Kulturstrategie stellt die erste Anforderung dar. Hier muss die nachhaltige Wirkung des Projektes Kulturhauptstadt aufgezeigt werden. Beim zweiten Kriterium Europäische Dimension geht es um die aktive Förderung der kulturellen Vielfalt im Land, um einen interkulturellen Dialog und um die Geschichten, die man Europa erzählen will und die es selbst erzählt. Wichtig ist, dass jede Aktivität im Rahmen der Kulturhauptstadt europäisch gedacht und umgesetzt wird. Drittes Kriterium sind die kulturellen und künstlerischen Inhalte im Programm. Im Bereich der Umsetzungsfähigkeit braucht es den Nachweis einer tragfähigen Infrastruktur sowie der politischen Unterstützung. Im fünften Kriterium Einbindung der Gesellschaft geht es um die Einbeziehung und Mitwirkung der Bevölkerung im Prozess (siehe Denk- und Dialogwerkstätten und die Projekte STARTprojekte, #Grenzmomente, Ich, Oma, Opa und Europa, etc.). Im letzten Punkt Management werden die Strukturen der Organisation sowie die Meilensteine des Kulturhauptstadtjahres und darüber hinaus in den Bewerbungsunterlagen beschrieben.

Wer steckt dahinter?
Der Gedanke einer möglichen Bewerbung steht in den Vorarlberger Rheintalstädten seit 2014 im Raum. Diese Idee hat sich am 4. Juli 2016 bei einer gemeinsamen Stadtvertretungssitzung in Schwarzenberg mit einer überwältigenden Mehrheit konkretisiert. Der klare Auftrag an das Projektteam ist es, eine Bewerbung vorzubereiten. Dornbirn hat nach dem Austritt von Bregenz den „lead“ im Bewerbungsprozess übernommen und ist Bannerstadt. Einreichen dürfen immer nur Städte, sie haben die Verantwortung und die Führung inne, beteiligt sein können aber ganze Regionen. Seit Dezember 2017 leitet Mag. Bettina Steindl (sie hat bereits für die Kulturhauptstädte Linz09 und RUHR.2010 gearbeitet) das Bewerbungsbüro zur Kulturhauptstadt Europas 2024 und bereitet zusammen mit ihrem Team die Bewerbung vor.

Wer entscheidet was & wann?
Die Entscheidung darüber, ob es eine Bewerbung von Dornbirn, Feldkirch, Hohenems und der Regio Bregenzerwald um den Titel als Kulturhauptstadt Europas 2024 gibt, erfolgt in den Stadtvertretungen. Über den Erfolg einer Bewerbung entscheidet eine von der EU bestimmte internationale Jury im Jahr 2019. Die Bewerbungsunterlagen müssen bis 31.12.2018 abgegeben werden, die Entscheidung darüber, ob wir den Titel erhalten, fällt Ende 2019 von dieser Jury (dazwischen gibt es eine erste und zweite, d.h. detailliertere Version der Bewerbungsunterlagen, Präsentationen vor der Jury, Jurybesuche, etc.)

Was kostet uns das?
In Österreich war bisher eine sogenannte „Drittelfinanzierung“ üblich. Das heißt, Städte, Bund und Land haben sich die Kosten gedrittelt, dazu kommt ein Betrag in der Höhe von 1,5 Mio. Euro aus EU-Mitteln. Für die Jahre 2017 und 2018 haben die Städte zur Vorbereitung einer möglichen Bewerbung gemeinsam je 305.000 Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt (gemeinsamer Stadtvertretungsbeschluss vom 4. Juli 2016).

Was kann ich tun?
Es gibt verschiedene Projekte, bei denen Ihr Euch beteiligen könnt. Ihr könnt aber auch von zuhause aus aktiv sein: Diskutiert mit Eurer Familie und Euren Freunden, macht Euch Gedanken über die Potenziale und Wünsche an Euer kulturelles Lebensumfeld. Kulturhauptstadt ist für alle da. Und alle sollen sich zum gegebenen Zeitpunkt einbringen können.

Wie sehen wir Kultur?
Kultur ist für uns das Fundament für eine funktionierende Gesellschaft und Grundlage unseres Zusammenlebens. Sie ist Bindeglied zwischen Vergangenheit und Zukunft der Gesellschaft. Daher stehen wir für einen breiten Kulturbegriff, der die Verbindungen von Kunst und Kultur mit den gesellschaftlichen Bereichen Bildung, Soziales, Interkultur, Diversität, Mobilität, Sport und Wissenschaft umfasst.

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